06.10.2016 Allgemeine Zeitung Ingelheim

Vom Eis bis zum Osterhasen

 

Das Fairtrade-Team der BBS Ingelheim mit Schulleiter Wolfgang Fluche. 	Foto: BBS/Daniela Schmidt

Foto: BBS/Daniela Schmidt

 

Von Beate Schwenk

BBS Einrichtung möchte sich auch weiterhin „Fairtrade-School“ nennen dürfen / Kriterien sind erfüllt

INGELHEIM - Seit zwei Jahren darf sich die Berufsbildende Schule (BBS) offiziell „Fairtrade-School“ nennen. Als erste Ingelheimer Schule erhielt sie im Juli 2014 die Urkunde für ihr Engagement im Bereich Fairer Handel. Der Titel gilt immer für zwei Jahre und muss danach erneuert werden. Die BBS muss also nun den Nachweis erbringen, dass sie die geforderten Kriterien weiterhin erfüllt.

Bei einem Treffen des Schulteams wurde der Kriterienkatalog abgearbeitet. „Mit der Titelerneuerung bestätigen wir weiterhin unser Engagement für den Fairen Handel“, erklärte Lena Senn, Vorsitzende des Schulteams. Die BBS wolle einen Beitrag zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von benachteiligten Bauern- und Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika leisten. Das geschieht an der Schule mit einer Vielzahl von Aktivitäten, wie Lena Senn und ihr Stellvertreter Frederic Keinath verdeutlichten. Es gab Veranstaltungen wie „Banana-Fairday“, „Coffee-Fairday“ oder „Schoko-Fairday“, Sonderverkaufsaktionen etwa mit fair gehandelten Osterhasen oder Infostände, die den konventionellen Handel kritisch hinterfragten.

Der Fairtrade-Gedanke ist an der BBS aber nicht nur punktuell präsent, sondern dank der Projekt-AG für jeden im Schulalltag sichtbar. Es gibt einen Schulkiosk, an dem fair gehandelte Produkte angeboten werden – vom Müsliriegel über Kekse bis zu „fairem Eis“ im Sommer. „Die Jugendlichen sollen ein Bewusstsein dafür entwickeln, was sie kaufen“, erklärte Frederic Keinath. Das gilt auch für den Getränkeautomaten, der auf Betreiben der Projekt-AG auf Fairtrade-Kaffee umgestellt wurde. Nachhaltig verankert ist das Thema Fairer Handel an der BBS auch im Unterricht – eine weitere Forderung des Kriterienkatalogs, die man erfüllt hat.

Außerdem haben die jungen Leute sogar noch Spenden für einen guten Zweck gesammelt. Unterstützt wurden das Haus St. Martin in Ingelheim sowie ein Hilfsprojekt und ein Waisenhaus in Afrika. Koordiniert werden alle Aktionen von einem Schulteam, das aus engagierten Schülerinnen und Schülern sowie Eltern und Lehrkräften besteht. „Auch das Kriterium ist erfüllt“, bemerkte Mechtild Wasem-Ferch, stellvertretende Schulleiterin und Projektbetreuerin, beim Blick in die Runde. Weit mehr als die geforderten fünf Personen hatten sich zur Sitzung eingefunden.

Dass die BBS zwei weitere Jahre den Titel „Fairtrade-School“ tragen darf, daran dürfte eigentlich kein Zweifel bestehen. Die Voraussetzungen sind allesamt erfüllt, die Titelerneuerung wohl reine Formsache.

„Ich bin froh, dass das Projekt weitergehen kann“, betonte denn auch Schulleiter Hans-Wolfgang Fluche. Es sei wichtig, dass man sich mit dieser Thematik auseinandersetze.

Am Ende der Sitzung unterzeichneten der Schulleiter und die beiden Vorsitzenden des Schulteams noch den sogenannten „Fairtrade-Kompass“. Das ist eine Art Agenda, die festlegt, wohin sich die BBS als „Fairtrade-School“ in den nächsten beiden Jahren entwickeln will.

http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/ingelheim/ingelheim/vom-eis-bis-zum-osterhasen_17373118.htm