Allgemeine Zeitung Ingelheim, 13.12.2017 

BBS Ingelheim jetzt auch „Grenzenlos-Schule“

 
Von Gerhard Wieseotte

INGELHEIM - Sofia Charnoubi steht vor den Schülern des dritten Lehrjahres in der Friseur-Ausbildung an der Berufsbildenden Schule Ingelheim (BBS). Charnoubi, gebürtige Marokkanerin und Studentin für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule in Trier, informiert die jungen Leute über die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Rahmenbedingungen in ihrem Herkunftsland. Ihre Lehrstunde steht unter dem Titel „SDG und Schönheit in Marokko“. Unter anderem geht es um ein so wichtiges Thema wie die nachhaltige Produktion von Kosmetika und ihrer Inhaltsstoffe durch Frauenkooperativen in dem nordafrikanischen Land. SDG bedeutet Sustainable Development Goals, auf deutsch: Ziele für nachhaltige Entwicklung. Dabei handelt es sich um politische Zielsetzungen der Vereinten Nationen (UN), die der Sicherung einer nachhaltigen und globalen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene dienen sollen.

Die Gleichstellung der Geschlechter in ihrem Heimatland liegt Sofia Charnoubi besonders am Herzen. Dass sie an diesem Morgen ihren Unterricht abhalten kann, hat sie der Kooperation mit der BBS, Schulleiter Hans-Wolfgang Fluche, Barbara Kolker, der Lehrerin im Körperpflegebereich, und dem World University Service (WUS) zu verdanken. Die Schule beteiligt sich nämlich seit dem Schuljahr 2016/2017 am WUS-Projekt „Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ und bearbeitet Globalisierungs- und Nachhaltigkeitsthemen im Unterricht. Kolker hat bereits mehrfach an Lehrerfortbildungen zu „Globalem Lernen“ teilgenommen.

 

Ziel von „Grenzenlos“ ist es, Schulen zu motivieren, mit qualifizierten Lehrpartnern aus Asien, Lateinamerika und Afrika wie Sofia Charnoubi zu kooperieren, die die Themen von Nachhaltigkeit und fairem Handel passend zum jeweiligen Unterrichtsfach praxisbezogen aufbereiten. Die Schülerinnen sollen dabei zur kritischen Auseinandersetzung mit Globalisierungsthemen angeregt werden. Dr. Julia Boger, Referentin beim WUS für das Projekt „Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“, zeichnete nun die BBS für ihre Teilnahme als „Grenzenlos-Schule“ mit einem Zertifikat und einer Plakette aus und übergab eine Weltkarte mit dem Aufdruck „Keine Hälfte der Welt kann ohne die andere Hälfte der Welt überleben“ zum Dank an Barbara Kolker für deren Engagement.

Und was haben die jungen Leute bei Charnoubi gelernt? „Das wir mehr auf den Rest der Welt im Sinne von Nachhaltigkeit und fairem Handel achten sollen“, meint die 20-jährige Anna-Lena am Schluss einer kurzweiligen und informativen Unterrichtsstunde. Und Wolfgang Fluche war stolz, dass seine Schule nach dem Titel als „Fairtrade-Schule“ nun noch eine weitere Auszeichnung erhalten hat.

http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/ingelheim/ingelheim/bbs-ingelheim-jetzt-auch-grenzenlos-schule_18386210.htm