Allgemeine Zeitung Ingelheim - 13.02.2018

Marktcheck: Wo man in Ingelheim fair gehandelte Produkte kaufen kann

 

 

Die faire Produktpalette wächst zwar, die nicht gesiegelten Produkte sind aber weiterhin eindeutig in der Mehrzahl.Foto: Transfair e.V.

Foto: Transfair e.V., Fotograf: Jakub Kaliszewski

Von Nils Salecker

INGELHEIM - Schwarz, blau, grün blitzt das Logo aus den Regalen hervor. Von Saftpaketen, Bananenschalen, Schokoladenpapier und einigen anderen Verpackungen. Ein Fairtrade-Marktcheck in Ingelheim zeigt: Das bekannte Siegel gibt es auch in Einrichtungen und Geschäften der Rotweinstadt, ist aber oft gar nicht so leicht zu finden. Ingelheim ist seit 2015 ausgezeichnet als Fairtrade-Stadt. Bedingung dafür ist unter anderem eine Mindestanzahl an Läden, die fair gesiegelte Produkte führen. Sechs müssen es, gemessen an der Einwohnerzahl, hier mindestens sein. Auf der Homepage der Ingelheimer Fairtrade-Initiative findet sich eine Liste mit 22 Geschäften, öffentlichen Einrichtungen und Gastronomiebetrieben, die faire Produkte führen. Mindestens zwei davon müssen die im Sortiment haben, um gelistet zu werden. „Das heißt zum Beispiel Kaffee und Tee, nicht zwei verschiedene Sorten Tee“, erklärt der Vorsitzende der Steuerungsgruppe, Dr. Florian Pfeil. Eine Ausnahme werde bei Blumengeschäften gemacht. „Da diese eben per se nur ein Produkt führen: Blumen.“

Nur wer überprüft ist, landet auf der Liste.

Um auf der Liste zu landen, müssen sich die Läden überprüfen lassen. Auch andere Siegel als das bekannte schwarz-blau-grüne werden akzeptiert. Solange sie den Richtlinien der World Fair Trade Organisation entsprechen, sagt Pfeil. Und auch andere Geschäfte führen zwar Fairtrade-Produkte im Sortiment, kommen dennoch nicht auf der Homepage vor, weil sie bislang nicht überprüft wurden. Wie zum Beispiel der Real-Markt am Nahering. Der Blumenladen Korus (Mainzer Straße) dagegen taucht auf der Homepage der Fairtrade-Initiative auf. Nicht immer, aber immer mal wieder führt Inhaberin Christina Gutsche-Leusch fair gesiegelte Blumen. Hauptsächlich sind das Rosen, die sie vom Großhändler bezieht, viele kommen aus Kenia.

Auch der Lidl-Discounter in der Binger Straße hat fair gehandelte Blumen im Sortiment. Lidl gewann 2016 den Fair-Trade-Award für Einzelhändler. Das firmeneigene Logo „Fairglobe“ sticht hier ins Auge: Kaffee, gemahlen, als Pulver oder Pad. Schwarzer Tee, Passionsfrüchte, Limetten und eine Menge Schokolade, die das Siegel des „Fairtrade Cocoa“-Programms trägt. Die ist sogar günstiger als die ein oder andere Markentafel ohne Aufkleber. Im Rewe Neue Mitte sieht es ähnlich aus. Nur hier sind die fairen Produkte schwerer zu finden, weil nicht extra gekennzeichnet. Ja, man könne mal überlegen, das zu tun, so wie das bei Bio der Fall ist, sagt Betreiber Markus Brzezina. Faire Rosen waren zum Marktcheck nicht im Laden. Normalerweise seien immer welche da. „Die waren aber diese Woche nicht gut, die konnte ich nicht nehmen“, sagt Brzezina. Auch Bananen habe er nur von Zeit zu Zeit fair im Sortiment. 

In den meisten Abteilungen ist Fairtrade Mangelware

Mit einer Ausnahme: Der Bioladen „Natürlich“ (Mainzer Straße) führt auch faire Milch. Von allen gecheckten Ingelheimer Läden ist das Angebot an Fairtrade-Artikeln hier am größten, sogar Rohrzucker-Shampoo gibt es fair gesiegelt.

Dazu kommen im Bioladen Produkte von Herstellern, die zwar keine Fairtrade-Siegel tragen, bei denen Geschäftsführerin Annette Reinhardt dennoch weiß, dass die fair produziert sind. Beispielsweise die Naturkosmetik „Weleda“.

Im „Natürlich“ kauft auch Heidi Breiling-Wierczeiko gerne für das „Teekänchen“ in der Binger Straße ein. Seit zwei Jahren schenkt sie in dem Café ausschließlich fair gehandelten Kaffee aus. Daneben hat sie auch fair gesiegelte Dekoartikel, beispielsweise Stofftaschen, fair gehandelt im Sortiment. Faire Tees und Kaffee sind allerdings weder auf der „Teekännchen“-Tischkarte noch auf den Verpackungen im Regal als solche markiert. „Dafür müsste ich noch mal extra zertifizieren lassen“, berichtet sie, „das ist ein Unding.“ Mit dem Siegel hausieren gehen möchte sie auch gar nicht (siehe Bericht unten).

Fazit: In den Regalen, in denen man das Fairtrade-Siegel erwartet, findet man es in Ingelheim auch. In den anderen Regalen ist Fairtrade aber größtenteils noch Mangelware. Für das morgendliche Frühstück mit einer kleinen Auswahl an Früchten, Milch, Kaffee und Tee reicht das faire Angebot aus. Für ausgedehnte, variantenreiche Mahlzeiten und vor allem bei Produkten, die über Nahrungsmittel hinausgehen, stößt das faire Angebot in Ingelheim aber noch an seine Grenzen. Unter dem Schlagwort „Mode“ auf der Internetseite der Initiative findet sich zum Beispiel noch kein Anbieter. Und auch Weltläden gibt es in der Rotweinstadt, anders als in Gau-Algesheim, Bingen und Heidesheim nicht. Zum Preis: Der ist nur stellenweise deutlich höher als die nicht zertifizierten Produkte. Bei Schokolade oder Kaffee ist die faire Ware teilweise sogar günstiger als das Markenprodukt der Konkurrenz.

In den meisten Abteilungen ist Fairtrade Mangelware

Mit einer Ausnahme: Der Bioladen „Natürlich“ (Mainzer Straße) führt auch faire Milch. Von allen gecheckten Ingelheimer Läden ist das Angebot an Fairtrade-Artikeln hier am größten, sogar Rohrzucker-Shampoo gibt es fair gesiegelt.

Dazu kommen im Bioladen Produkte von Herstellern, die zwar keine Fairtrade-Siegel tragen, bei denen Geschäftsführerin Annette Reinhardt dennoch weiß, dass die fair produziert sind. Beispielsweise die Naturkosmetik „Weleda“.

Im „Natürlich“ kauft auch Heidi Breiling-Wierczeiko gerne für das „Teekänchen“ in der Binger Straße ein. Seit zwei Jahren schenkt sie in dem Café ausschließlich fair gehandelten Kaffee aus. Daneben hat sie auch fair gesiegelte Dekoartikel, beispielsweise Stofftaschen, fair gehandelt im Sortiment. Faire Tees und Kaffee sind allerdings weder auf der „Teekännchen“-Tischkarte noch auf den Verpackungen im Regal als solche markiert. „Dafür müsste ich noch mal extra zertifizieren lassen“, berichtet sie, „das ist ein Unding.“ Mit dem Siegel hausieren gehen möchte sie auch gar nicht (siehe Bericht unten).

Fazit: In den Regalen, in denen man das Fairtrade-Siegel erwartet, findet man es in Ingelheim auch. In den anderen Regalen ist Fairtrade aber größtenteils noch Mangelware. Für das morgendliche Frühstück mit einer kleinen Auswahl an Früchten, Milch, Kaffee und Tee reicht das faire Angebot aus. Für ausgedehnte, variantenreiche Mahlzeiten und vor allem bei Produkten, die über Nahrungsmittel hinausgehen, stößt das faire Angebot in Ingelheim aber noch an seine Grenzen. Unter dem Schlagwort „Mode“ auf der Internetseite der Initiative findet sich zum Beispiel noch kein Anbieter. Und auch Weltläden gibt es in der Rotweinstadt, anders als in Gau-Algesheim, Bingen und Heidesheim nicht. Zum Preis: Der ist nur stellenweise deutlich höher als die nicht zertifizierten Produkte. Bei Schokolade oder Kaffee ist die faire Ware teilweise sogar günstiger als das Markenprodukt der Konkurrenz.

http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/ingelheim/ingelheim/marktcheck-wo-man-in-ingelheim-fair-gehandelte-prodekute-kaufen-kann_18521434.htm